Allgemeine Informationen zur Multiplen Sklerose

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TherapieVerlaufVorbeugenRatgeberThomas Zimmermann

Auch wenn die Multiple Sklerose verschiedenartig verlaufen kann, so unterscheiden Fachleute im Wesentlichen doch vier Verlaufsmuster:

schubförmig wiederkehrend (47% aller MS-Patienten): Innerhalb weniger Tage entwickeln sich plötzlich die Beschwerden. Sie halten mehrere Tage bis Wochen an und bilden sich anschließend wieder zurück, meist vollständig. Je länger die Erkrankung besteht, desto wahrscheinlicher bleiben jedoch Restschäden zurück. Zwischen zwei Schüben vergehen durchschnittlich ein halbes bis drei Jahre, manchmal Jahrzehnte.

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primär chronisch progredient (13%): Die Beschwerden bzw. Behinderungen schreiten von Anfang an schleichend, aber stetig fort. Akute Schübe werden nicht festgestellt.
sekundär chronisch progredient (27%): Unabhängig von gelegentlichen, eventuell nur anfangs vorkommenden Schüben schreitet die MS-Erkrankung dauerhaft fort.
progredient schubförmig (13%): Während eines an sich dauerhaft fortschreitenden Verlaufs sind deutliche Schübe bemerkbar.

Unabhängig von diesen vier Kategorien verläuft die Multiple Sklerose oft gutartig. Etwa 30-50% der Patienten verspüren nach dem ersten Schub über Jahre hinweg keine Verschlechterung oder bemerken nur minimale Behinderungen, die ihnen ein normales Alltags- und Berufsleben erlauben. Allerdings gibt es in etwa 3-10% der Fälle auch schwere Verläufe, die innerhalb der ersten fünf Jahre nach Krankheitsbeginn tödlich enden. Extrem selten nimmt die Erkrankung einen fulminanten Verlauf und führt innerhalb weniger Wochen nach den ersten Symptomen zum Tod.

Die Multiple Sklerose hat eine bessere Prognose, als häufig angenommen wird. Nach einer mittleren Krankheitsdauer von 18 Jahren ist noch etwa ein Drittel der Patienten voll berufstätig oder arbeitet relativ uneingeschränkt im Haushalt. Fast jeder zweite MS-Betroffene lebt mit der Krankheit 30 Jahre und länger. Ein günstiger Verlauf ist vor allem dann zu erwarten, wenn sich die Symptome nach dem ersten Schub weitgehend oder vollständig zurückbilden.

Negative Effekte von Schwangerschaft und Geburt auf den Krankheitsverlauf sind nicht bekannt. In der Schwangerschaft nimmt die Häufigkeit der Schübe sogar ab. Unmittelbar nach der Entbindung kann sie wieder leicht erhöht sein. Da die Multiple Sklerose keine klassische Erbkrankheit ist, kann sie nicht direkt auf das Kind übertragen werden. Vererbt wird jedoch die Neigung, an MS zu erkranken. Die Krankheit kann dann in seltenen Fällen (ca. 1%) und unter bestimmten Umweltfaktoren ausbrechen.

Quelle: onmedia.de