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Bestätigt
durch die positiven Erfahrungen in Projekttagen und Projektwochen haben
wir mit LehrerInnen der Alexander-von-Humboldt Schule in Kooperation
mit der Helmut-von-Bracken Schule Giessen ein Jahresprojekt "Tauchen
als Schulsport" entwickeln und gemeinsam in die Tat umsetzen
können. Unsere Zielgruppe war eine neu formierte 7. Klasse, bestehend
aus 17 Mädchen und Jungen verschiedener Nationen.
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Warum Tauchunterricht für Heranwachsende? Jeder Sport ist grundsätzlich dazu geeignet das sich in der Pubertät verändernde Körperbild des Heranwachsenden zu stabilisieren - der eine Sport mehr, ein anderer weniger. Schulsport ist für viele Schülerinnen und Schüler die einzige sportliche Tat in der Wochenplanung. Mit seinen Forderungen nach messbaren, in Noten quantifizierbaren Ergebnissen ist er sicherlich nicht für alle der geeignete Weg zum allgemeinen Wohlbefinden beizutragen. In diesem Alter sind die interindividuellen Unterschiede der körperlichen und psychischen Entwicklung immens. Der Unterricht kann dem einen eine reizvolle Herausforderung sein und beim nächsten eine lebenslange Abneigung gegen Bewegung jeglicher Couleur begründen. Ein immer größer werdender Prozentsatz der Schulpflichtigen weisst ein bemerkenswertes Übergewicht bei gleichzeitigen Koordinationsdefiziten auf. Die Bewegung im Wasser ist auch für "unsportliche" Menschen mit Spass machbar. Durch den gewählten Unterrichtsinhalt kann das Leistungsgefälle etwas geglättet werden und so indirekt auf das Gruppengefüge wirken. Der wesentliche Unterschied des Tauchsports zu anderen Sportarten ist, dass er weder Einzel- noch Mannschaftsport ist. Mensch darf zwar aus Sicherheitsgründen "Nie alleine tauchen" , ist aber im Übungsumfang und -Erfolg nicht von der Leistungsfähigkeit eines Teams im Sinne des (z.B.) Ballsports abhängig. In der Praxis des Unterrichts heisst das, dass der angehende Taucher die koordinative, sportliche und soziale Umsetzung des Lehrsatzes "Tauche nie alleine" erfährt. Das möchte ich an einigen Beispielen veranschaulichen. ATMUNG - ist normalerweise spontan und nicht in unserer bewußten Kontrolle. Jetzt wird durch die Verwendung des Schnorchels Mundatmung notwendig. Die Schüler werden angehalten auf ihren Atemrhythmus zu achten und ihn zu beeinflussen. Im Sinne der Verlangsamung bei Belastung, stosshaftem Ausatmen beim Schnorchelausblasen, Ausatmen unter Wasser - abwechselnd durch Mund oder Nase, Wasser in Mund und Nase "ertragen" , .... Erst Einzelübungen in der Gruppe, dann Partnerübungen und als Königsübungen Atmen als Gruppe .Gemeinsam einatmen, gleichen Rhythmus finden, Luft anhalten - der Lufthungriste bestimmt den Moment des Auftauchens. Die Gruppe folgt dem "am wenigsten Leistungsstarken" . FLOSSENSCHWIMMEN - ist die effizienteste Art sich aus Muskelkraft im Wasser fortzubewegen - hier soll es kein Leistungssport sein. Da die Wasserlage vom normalen Schwimmen abweicht, wird auch von geübteren Schwimmern ein Umlernungsprozeß verlangt. Dies nivelliert das Leistungsgefälle in der Gruppe. Die Muskelspannung wird bewußt gemacht, die Bewegung im Wasser macht die Körpergrenzen spürbarer. Natürlich soll der Lernende die jetzt mögliche Geschwindigkeit erfahren. Der Hauptaugenmerk wird aber auf Erreichen und Beibehallten eines für mindestens zwei Menschen gleichangenehmen Tempos gelegt. Beide genannten Beispiele haben die grundsätzlichen Anforderungen wie: auf sich achten, auf den Partner achten, eigene Fähigkeiten, Fähigkeiten des anderen beachten, Rücksichtnahme, Vertrauen in eigene Person und in den Partner, ..... Stille mit hohem meditavem Anteil, ohne dass Meditation / Konzentration verordnet wird...... Von einer detaillierteren Erläuterung will ich hier Abstand nehmen. Bei Interesse an weiteren Informationen, an Diskussion -> Kontaktformular Inhalte und Ziele sind unbedingt an das Alter der Schülerinnen und Schüler gebunden. Sie müssen mit den Kindern besprochen werden um den richtigen Anreiz zu bieten. Sie müssen mit der Fachbereichsleitung besprochen werden um die Bewertungskriterien zu formulieren, mit der Schulleitung, - behörde um ebendies und Finanzierung und Versicherungsrahmen abzustecken. Mit Eltern damit Einverständnis und evt. finanzielle Last geklärt wird. -A- Sportliche Inhalte und Ziele a1) vom Schwimmen zum Schnorcheln; sicherer Umgang mit der ABC-Ausrüstung a2) der Weg in die Tiefe; Schnorcheln etc im Springerbecken. a3) Handhabung des Drucklufttauchgeräts (DTG) ; Theorie und Praxis a4) der Weg in die Tiefe mit dem DTG, im Springerbecken a5) ein anerkannter altergestaffelter Tauchschein ; internationales Brevet -B- Pädagogische Inhalte und Ziele: b1) Wassersicherheit , Selbstwertgefühl b2) Körperbild und K-Wahrnehmung b3) Rücksichtnahme, Verantwortung und Partnerschaftlichkeit b4) Div. Themen aus den naturwissenschaftlichen Fächern kommen zur Anwendung b5) Umgang mit Angst; Problemlösungsstrategien b6) Gruppenunterricht und Gruppenerleben. Vollständigkeitshalber zwei Nachteile des Tauchsports für Heranwachsende: -1- Der Sport ist, wenn er über die Schulsportzeit hinaus betrieben werden soll, in Ausrüstung und Ausübung teurer als Tischtennis. Aber es gibt Vereine, die sich gut und gerne für Jugendliche ausgerüstet haben, so dass die Anschaffungen herausgeschoben bzw sugsessive geschehen können. Vereine ermöglichen ihren jugendlichen Mitgliedern die Ausübung des Tauchsports in heimischen Gewässern und regelmäßige Übungszeiten im Bad. -2- Die / der Pubertierende muss sich für diesen Sport (bis auf´s Badegewand) ausziehen. Da dies jedoch auf jeden Sport, besonders Wassersport zutrifft, muss mensch "da durch". In diesem Zusammenhang möchten wir vom Tauchclub Alpha - (Giessen) - Tauchen mit und ohne Behinderung e.V. uns auch im Namen der Klasse 7 für die vielfälltigen Unterstützungen bedanken. Für die gute Zusammenarbeit am Beckenrand bei den Klassenlehrerinnen. Für Materialfinanzierungen bei LOGO, Verein zur Förderung und Betreuung sprach-, hör- und sehgeschädigteer Kinder Giessen e.V. , diverse Materialspenden durch Freunde und bei den Eltern, die ihren Kindern den extra Badeintritt bezahlt haben. |