HISTORIE - 2
 

Der Traum vom Tauchen hat wahrscheinlich schon immer existiert: um zu jagen, Schätze zu finden, Schiffe zu reparieren (oder sie zu versenken) oder vielleicht nur um das Meeresleben zu beobachten. Bis Menschen jedoch einen Weg fanden unter Wasser zu atmen, war jeder "Tauchgang" zwangsläufig sehr kurz.

Wie aber sollte man länger unter Wasser bleiben können? Das Atmen durch ein hohles Schilfrohr erlaubte es nur ein kleines Stückchen abzutauchen, aber Röhrchen von mehr als einem halben Meter Länge funktionieren nicht, da das Einatmen gegen den Wasserdruck ab dieser Tiefe nicht mehr möglich ist. Es wurde auch versucht, aus einem luftgefüllten Sack unter Wasser zu atmen. Dies scheiterte jedoch am Problem des erneuten Einatmens der verbrauchten Luft.

Im 16. Jhd. begann man damit Taucherglocken zu benutzen. Dies ist wohl die erste effektive Methode, um längere Zeit unter Wasser bleiben zu können. Die Glocke wurde wenige Meter unter der Wasseroberfläche gehalten. Ihr Boden war offen und im oberen Teil befand sich die durch den Wasserdruck komprimierte Luft. Ein aufrecht stehender Taucher konnte also atmen. Ausserdem war es möglich, die Glocke für ein oder zwei Minuten zu verlassen, um Schwämme zu sammeln oder den Grund zu erforschen. Man kam dann solange immer wieder zur Taucherglocke zurück, bis die enthaltene Luft nicht mehr atembar war.    
In England und Frankreich wurden im 16. Jhd. auch komplette Tauchanzüge aus Leder bis zu einer Tiefe von 18 Metern benutzt. Mit Hilfe manueller Pumpen wurden diese Anzüge von der Oberfläche aus mit Luft versorgt. Bald entwickelte man Helme aus Metall, um einem noch größeren Wasserdruck standhalten zu können. Und die Taucher gingen tiefer. Um 1830 waren diese Systeme soweit perfektioniert, dass umfangreiche Bergungsarbeiten möglich wurden. Mit Beginn des 19. Jhd. wurde die Erforschung der Meere sowohl durch wissenschftliche und auch durch technologische Erkenntnisse stark beschleunigt. Insbesondere Paul Bert und John Scott Haldane aus Frankreich bzw. Schottland sind als treibende Kräfte hervorzuheben. Ihre Studien haben geholfen die Auswirkungen des Wasserdrucks auf den menschlichen Körper zu erklären und sichere Grenzen für das Presslufttauchen zu definieren. Auch technische Fortschritte im Bereich der Pressluftpumpen, Kohlendioxid absorbierender Mittel und Atemregler machten es den Menschen seit dieser Zeit möglich, für längere Zeit unter Wasser zu bleiben.
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